Frauen auf der Überholspur
Natascha Schmitt und Sonja Vogt kämpfen um die Trail-Queen-Krone
Krasser könnte der Gegensatz nicht sein. Auf der einen Seite Sonja Vogt, die dreifache Mutter aus Iserlohn, 37 Jahre alt. Auf der anderen Seite Natascha Schmitt, ambitionierte und erfolgreiche Triathletin aus Frankfurt, zehn Jahre jünger als ihre Konkurrentin.
Zwei völlig unterschiedliche Typen, nicht nur vom Laufstil und vom äußeren Auftritt. Sonja Vogt und Natascha Schmitt bestimmen wie im Vorjahr eindrucksvoll die Frauen-Konkurrenz beim ECCO INDOOR TRAIL in der Dortmunder Westfalenhalle.
Viel zu sagen haben sich die beiden nicht in diesen Tagen. Und dicke Freundinnen werden beide wohl auch nicht mehr, auch wenn Natascha Schmitt nach dem Zieldurchlauf des 5,2 km-Laufes am Samstagabend ihrer 19 Sekunden schnelleren Konkurrentin artig gratulierte. "Die Sonja ist schon stark,das muss ich auch anerkennen", sagte die Frankfurterin über die zierliche, nur 45 Kilogramm schwere Iserlohnerin.
Irgendwie kann es Sonja Vogt selbst noch nicht richtig glauben, dass sie nach zwei von drei Etappen mit 1:39 Minuten vor Natascha Schmitt liegt. Ein komfortabler Vorsprung, weitaus mehr als im Vorjahr. Bei der Premiere des ECCO INDOOR TRAIL vor Jahresfrist führte Sonja Vogt ebenfalls - und wurde dann quasi auf den letzten Metern noch von Natascha Schmitt abgefangen. Eine Niederlage, die richtig schmerzt.
Diesmal scheint die Sache besser zu laufen für Sonja Vogt, die kurz vor dem ECCO INDOOR TRAIL ins Team inov-8 aufgenommen wurde. Beide Läuferinnen haben eine durchaus schwierige Vorbereitung hinter sich. Sonja Vogt musste sich im Vorfeld mehr um ihren kranken Sohn kümmern, war mehr im Krankenhaus als auf der Laufstrecke. Und Natascha Schmitt kam direkt aus dem Trainingslager auf Lanzarote nach Dortmund und klagte verständlicherweise über schwere Beine.
Vom Papier her hat die zehn Jahre jüngere Natascha Schmitt, die am Finaltag des ECCO INDOOR TRAIL ihren 27. Geburtstag feiert, die besseren Karten. Über die zehn Kilometer steht bei Sonja Vogt eine Bestzeit von 38:45 Min., Natascha Schmitt war zuletzt zwei Minuten schneller unterwegs.
Doch beim ECCO INDOOR TRAIL herrschen andere Gesetze. Besonders an den 17 Hindernissen spielte die dreifache Mutter Vogt ihre vorzügliche Technik aus. Spielerisch leicht sprintet die 37-Jährige den fast acht Meter hohen Ecco-Wall hinauf, erklimmt fast mühelos den Mount Jeverest und scheint bergab keine Angst zu kennen.
Und sie dürfte auch psychologische Vorteile besitzen. Die sie im 5,2-km-Finale am Samstagabend eindrucksvoll ausspielte. Zwei Runden lang überließ Sonja Vogt ihrer Konkurrentin die Führungsarbeit, um schlussendlich mit einem kurzen Zwischensprint am Mount Jeverest davonzuziehen. Eine Taktik, die auch am Sonntag im Finale über acht Runden erfolgreich sein könnte.
